Der Pamir Highway – Pantheon aller Fernradfahrer

Zentralasien, Tadschikistan, Pamir Highway

Als begeisterter Radfahrer ist es mein großer Traum, irgendwann auf zwei Rädern und aus eigener Kraft auf der legendären Route entlang zu strampeln. Vor meinem geistigen Auge bin ich das  schon etliche Male durchgegangen. In 2013 war ich zunächst auf vier Rädern per Geländewagen von Duschanbe bis Osch unterwegs und sah unterwegs doch sehr viele Fahrradfahrer, die sich über den Pamir kämpften – in Gruppen, aber auch Einzelfahrer. Ich war sofort begeistert von deren abenteuerlichen Fernfahrten. Und damit wuchs die Sehnsucht mit dem Drahtesel nach Zentralasien zurückzukehren. Von Begegnungen mit Radfahrern, wichtigen Stationen unterwegs und natürlich den Pamiri und ihrer großherzigen Gastfreundschaft möchte ich in diesem Blog berichten.

Duschanbe bis Kalaikum (360km)

Während im Juni 2013 die Elbe wieder Rekordpegel erreichte, machte ich mich auf, den Pamir Highway zu erkunden. Duschanbe liegt ca. 6 Flugstunden von Deutschland entfernt. Die beste Verbindung bietet Turkish Airlines, die mehrere Male in der Woche die ehemalige Sowjetrepublik anfliegt. In Duschanbe herrschten zu dieser Jahreszeit bereits Temperaturen jenseits der 40 Grad-Marke. Auf dem Rad solltet Ihr die Route nicht vor Mitte Mai beginnen, denn Schneeschmelze mit einhergehender Lawinengefahr sowie plötzliche Wintereinbrüche gehören zum Standardprogramm. 2013 war die Strecke über den Khaburabot-Pass (3252m) gesperrt, sodass wir über Kulyab im Süden fuhren. Von Duschanbe bis Kalaikum sind es 360km und wir benötigten damals eine Ewigkeit, da die Straße nach dem Polizei-Check-Point in Schurobod hundsmiserabel war. Aber es wurde bereits gebaut und heutzutage ist sie fertig gestellt, sodass die Südvariante nun eine durchweg gut asphaltierte Route darstellt. Erst spät nachts erreichten wir Kalaikum, das Tor nach Berg Badachschan – die autonome Region Pamir. In Kalaikum wird eigentlich immer gestoppt, denn hier gibt es recht gute Homestays (Gästehäuser), wo man Kraft und Lebensmittel nachtanken kann.

Kalaikum – Khorog (220km)

Der Highway führt nun direkt am Grenzfluss Panj entlang. Er trennt Tadschikistan von Afghanistan. Alle Befürchtungen, dass man hier einer Gefahr durch Taliban ausgesetzt ist, kann ich zerstreuen. In diese abgelegene Region, die quasi vom Pamir abgeschirmt ist, wird niemand vordringen und sich für Touristen interessieren, geschweige denn Entführungen planen. Die Afghanen kommen allerdings des Öfteren rübergefahren und nutzen die besseren Straßen auf tadschikischer Seite. Durch Abbrüche und Gerölllawinen müssen Straßenabschnitte immer mal wieder durch schweres Gerät freigeräumt werden. Die Straße selbst ist völlig unbefestigt, lässt sich aber auf Flussniveau gut fahren. Steigungen sind hier noch unbedeutend. Was allerdings nervt, sind die vielen Chinesischen LKW die entweder aus China in Richtung Duschanbe fahren oder wieder zum Kulma-Pass nach China zurück unterwegs sind. Da sollte sich jeder Radler entsprechend gut sichtbar machen. Bis Khorog benötigt der Durchschnittsfahrer per Bike Minimum 2 Tage. Auf circa halber Strecke kann man nach Vanch (von Kalaikum ca. 100km) ins gleichnamige Flusstal abbiegen. Im kleinen Städtchen Vanch gibt es einige Homestays. Hier lohnt es sich auch für 2 Tage zu bleiben. Wandermöglichkeiten gibt es zuhauf. Außerdem sind die Vanchis für ihre große Gastfreundschaft bekannt. Ich lag damals unter Kirsch- und Aprikosenbäumen auf der schattigen Terrasse und ließ es mir gut gehen. Den Vorrat an Proviant solltet Ihr immer gut aufgefüllt haben und jede Möglichkeit nutzen um nachzukaufen. Streckenweise kommt unterwegs nichts oder die Läden sind leer bzw. nur mit Krempel bestückt. Der Abschnitt zwischen Ruschon und Khorog ist wirklich fantastisch. Die Straße fährt lange auf Flusshöhe und der Fluß Panj breitet sich weit aus. Die enge Felsschlucht und das Schwemmland bilden eine traumhafte Szenerie.

Khorog

Khorog ist der Hauptort der autonomen Provinz Berg Badachschan. Zugleich ist Khorog Verkehrsknotenpunkt, umgeben von Bergriesen, und liegt selbst auf ca. 2000m Höhe. Für Radler, Motorradfahrer und alle anderen Reisenden ist Khorog von jeher ein wichtiger Versorgungsposten, Ausruhplatz und Ort der Entscheidung. Hier zweigt nämlich die M41 scharf nach Osten ins Gunt-Tal ab. Haltet Ihr Euch in südliche Richtung, fahrt Ihr mitten hinein in den geschichtsträchtigen Wakhan-Korridor.

Khorog bietet mittlerweile einige gute Unterkünfte. Ich selbst habe damals in einem verdammt schlechten Schlafhaus genächtigt. Zum Glück nur eine Nacht. Proviant für die Weiterfahrt oder für ausgedehnte Bergtouren kauft Ihr auf dem dortigen Markt. Highlight des Ortes und Stolz der Pamiri ist der auf 2200m gelegene botanische Garten. Schon allein der Blick vom Bergplateau ist einen Ausflug wert. Die ehemalige Garnisonsstadt ist eine recht grüne Oase in der man es schon 1-2 Tage aushält  – auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung vom Staub der Straße.

Durch den Wakhan-Korridor

Ich empfehle unbedingt die Route durch den Wakhan. Wir sind damals zeitig am Morgen los und machten Stopp an den heißen Kalksinterterrassen (heiße Quellbäder) von Garm Shashma – ein Umweg von lediglich 7km abseits der Hauptstrecke. Nach einem morgendlichen Warmbad kam plötzlich ein ganz neuer Gebirgszug ins Bild. Wir steuerten auf den mächtigen Hindukush zu. Ein französisches Pärchen auf eigenwilligem Gefährt kam uns entgegen. Wir hielten für einen Schwatz. Sie erzählten uns, dass sie vor 2 Monaten in Almaty in Kasachstan starteten und noch bis Taschkent unterwegs sein wollen. Ihnen war aber der Rahmen des Doppelsitzers gebrochen und somit mussten sie in Kirgistan auf einen neuen Rahmen aus Europa warten. Mit französischer Ruhe und Gelassenheit schienen sie diesen KO-Schlag genommen zu haben und waren frohen Mutes für den langen Weg nach Usbekistan. Was sie aber wissen wollten: wo gibt es Trinkwasser und ein Homestay. In dieser Gegend sind Homestays etwas rar gesät und beide sahen aus, als könnten sie eine Dusche gebrauchen. Die Hitze machte ihnen sichtlich zu schaffen. Mitte Juni zeigt das Thermometer hier um die 45 Grad. Gegen Mittag erreichten wir Ishkashim (von Khorog 110km), das Tor zum Korridor. Wie Armeen stehen sich die Gebirgszüge des Pamir, des Hindukush und des Karakorum gegenüber. Hier endete die maximale Machtausdehnung von Alexander des Großen, hier schufen Briten und Russen eine breite Befriedungszone zwischen ihren riesigen Machtbereichen. Der Korridor hat etwas enorm Beruhigendes und Friedliches an sich. Deutlich weniger Fahrzeuge sind unterwegs, LKW eigentlich gar keine. Die Grenze zu Afghanistan verschwimmt. Nach vielen Tagen hart am Fels klebend, öffnet sich nun ein breites Schwemmland. Die kleinen Ortschaften Darschai, Yamg, Vrang und Langar wirken wie grüne Inseln an kargen Schutthängen. Die bedeutendsten Gipfel des Gebietes sind Pik Karl Marx (6723m) und Pik Friedrich Engels (6507m). Eine ganze Gruppe Radler preschte mir auf einer rassigen Abfahrt entgegen. In den kleinen Ortschaften solltet Ihr unbedingt die Homestays Euren Zelten vorziehen. Es wird von den Frauen des Hauses frisch gekocht, der Badeofen wird angefeuert und Ihr genießt eine überwältigende Gastfreundschaft. Es kommt nicht selten vor, dass man von Einheimischen unterwegs zum Grünen Tee eingeladen wird. Und ist erst einmal der Dastarchan (die Tischdecke) ausgebreitet, dann kommen schnell Fladenbrot, Aprikosenmarmelade und Ziegenmilch hinzu. Das Beschauliche und die relaxte Stimmung an jenem Samstagabend in Vrang (von Ishkashim ca. 70km) werde ich nie vergessen. Selten hab ich mich so aufgehoben gefühlt. Die schneebedeckten Berggipfel des Hindukush färbten sich zunächst orange, dann wurde es eine sternenklare Nacht und wir zogen uns in unsere gemachten Lager im Homestay zurück und sanken in einen dankbaren Schlaf.

Auf dem Hochplateau im Osten des Pamir

Ab Langar steht Euch wieder harte Arbeit bevor. Die Piste schraubt sich steil bergauf. Ihr erreicht das östliche Hochplateau. Der Highway ist hier an vielen Stellen notdürftig in Stand gesetzt. Die Abgründe sind teils sehr tief und die Straße eng. In Khargush passiert Ihr einen Check-Point des Militärs und müsst anschließend einen über 4300m hohen Pass überwinden. Spätestens jetzt werdet Ihr die Höhe in Kopf und Gliedern spüren. Ist der Pass einmal überwunden, geht es auf einer Schotterpiste (teils Waschbrett) hinab und Ihr trefft wieder auf die M41. Fahrt dort gern noch ein Stück zurück gen Khorog (ca. 8km) und biegt ab nach Bulunkul, gelegen am gleichnamigen See. Die beiden Hochgebirgsseen Bulunkul und Yashikul sind unbedingt einen Abstecher wert. Wer gleich weiter will, kann in Alichur übernachten – ein staubiger Außenposten auf einer weiten Hochfläche. Nun geht es wieder größtenteils auf Asphalt weiter. Das Höhenniveau liegt zwischen 3500-4000m. Fast unmerklich überfährt man hier den sanft an und absteigenden Neizatash Pass (4137m). Euer nächster großer Anlaufpunkt ist die größte Ortschaft im Ostpamir – Murghab. Zwischendurch rastet Ihr gut in den sogenannten Stolowaja (Rasthäuser). Dass ich „dort oben“ frisch frittierten Fisch serviert bekomme, hätte ich ganz zuletzt erwartet. Den aber solltet Ihr mit mindestens 100 Gramm Wodka nachwaschen!

Murghab (Wakhan – Murghab 270km)

Noch etwas hat sich nun geändert: wir sehen immer mehr kirgisische Jurten und auch die Bevölkerung hat nicht mehr die scharfen Züge der Tadschiken. In den weiten Ebenen, die an Tibet erinnern, leben überwiegend Kirgisen. Als Nomaden ziehen sie mit dem Vieh über die Hochweiden und lagern in Jurten. In Murghab gibt es einen überschaubaren Basar, der ebenfalls von Kirgisen betrieben wird, die aus Containern heraus ihre Waren feilbieten. Das Highlight des Ortes ist allerdings der Blick zum nur 100km entfernten Muztagh Ata (7546m) in China. Der massige Eisklotz dominiert die gelbe Steppe, die in der Hitze flimmert. Der Muztagh Ata bildet den östlichen Pfeiler des Pamir. Ab Murghab muss man sich auf zweierlei Abenteuer vorbereiten: Zunächst erwartet Euch die kräftezehrende Etappe über den Akbaital – mit 4655m der höchste Straßenpass auf der Route. Darauf folgt die Fahrt durch eine nahezu menschenleere Gegend bis hoch zur Grenzstation nach Kirgistan. 200km warten auf Euch, die es in sich haben. Daher kostet den Komfort der Homestays oder Hotels in Murghab noch einmal so richtig aus und füllt Eure Taschen und Flaschen.

Etappenstopp Karakol (130km)

Wieder verlassen wir Murghab in den Morgenstunden. Unser Jeep schnauft wie eine alte Dampflok zum Akbaital hinauf. Mein Fahrer Zafar schimpft auf den schlechten Sprit, den man ihm in Bulunkul verabreicht hat. Dabei geht es uns noch gut. Zwei Kanadier schinden sich tapfer mit ihren unorthodoxen Minibikes die Passstraße hinauf. Völlig verrückt! Erstaunlicherweise sind beide noch zum Scherzen aufgelegt. Offenbar hatten sie am Fuße des Passes gecampt, um den höchsten Punkt noch vor der Mittagssonne zu nehmen. Wir erreichen bereits zur Mittagszeit den größten See des Landes – den Karakol-See. Ein herrlicher Ort! Yaks grasen in aller Ruhe am Ufer und wir sehen die Transalai-Gebirgskette mit dem Pik Lenin (7134m). Ein kleines Schild am Straßenrand weist uns sage und schreibe 14m bis zum Homestay. Wir wollen einen Übernachtungsstopp einlegen. Unser Gastgeber ist ein lustiger Kerl, der mit seiner Familie ein überraschend gut ausgestattetes Homestay betreibt. Wer zur Grenze will, wird hier unweigerlich noch einmal Halt machen. Und was ich nicht für möglich gehalten hätte – am späten Nachmittag trudeln dann auch unsere Kanadier ein. Glücklich sind sie endlich vom Bock steigen zu können. Am Abend erzählen wir uns bei etlichen Wodkarunden unsere Abenteuer.

Zur Grenze – Kizil-Art Pass (4336m)

Noch einmal stehen einem 70 harte Kilometer bevor. Viele Touristengruppen erreichen den Grenzpass selbst im Sommer bei Neuschnee. Touristische Härte sollte hier ausreichend vorhanden sein. Man muss mit allem rechnen. Zunächst aber mit einer etwas langwierigen Grenzkontrolle. Hat man seinen Reisepass endlich wieder, geht es zum 8km entfernten kirgisischen Posten – jetzt aber bergab. Was mir damals sofort auffiel, das Graugelbe des Hochplateaus wird durch ein erfrischendes Grün abgelöst. Was Nordseiten von Gebirgen so an sich haben – es regnet öfter. In Kirgistan ist vieles anders. Die Straße ist ab Sary-Tasch in einem perfekten Zustand. Dank chinesischer Bautrupps. Überall sieht man Pferde und die Ziegenmilch Tadschikistans wird durch die eigenwillige Stutenmilch der Kirgisen abgelöst. Geschmackssache! Allerdings wird sie dem müden und entkräfteten Radfahrer schnell wieder auf die Beine helfen. Von Sary-Tash bis Osh sind es noch einmal 185km Berg- und Talfahrt.

Die Fakten

Visum und GBAO-Genehmigung (Gorno-Badachšanskaja avtonomnaja oblastj)

Zum eigentlichen Visum für Tadschikistan (geht heutzutage per Onlineformular) benötigt Ihr für die Einreise in die Region Pamir (Berg-Badachschan) noch eine Genehmigung in Form eines Stempels. Bei der Beantragung selbst, müsst Ihr nur ein Kreuzchen bei der Abfrage (GBAO ja/nein) setzen. Der Pass benötigt zwei freie Seiten und muss nach Ende der Reise noch mind. 6 Monate Gültigkeit besitzen.

Russisch

Wer etwas russisch spricht, ist klar im Vorteil. Tadschikistan ist eine ehemalige Sowjetrepublik, wo Russisch erste Amtssprache war. Noch heute sind viele Schilder und Markierungen in Kyrillisch gehalten.

Ersatzteile

Bekommt Ihr nirgends. Ihr solltet das Nötigste dabei haben und auch selbst reparieren können. Ihr könnt Euch vielleicht hier und da noch was schweißen lassen, aber Rahmenteile für´s Rad oder Schaltkomponenten braucht Ihr gar nicht erst anfangen zu suchen. Im Zweifelsfall müssen in Europa Ersatzteile angefordert werden oder die Tour ist schnell zu Ende.

Homestays

Diese privaten Gästehäuser gibt es mittlerweile in allen größeren Orten. Sie sind recht einfach ausgestattet und bestehen aus mehreren Schlafräumen. Entweder sind die Zimmer im Haus der gastgebenden Familie integriert oder befinden sich in einem Anbau. Manchmal befinden sich Toilette und Dusche über den Hof. Im Sommer, wenn es nachts nur leicht abkühlt, könnt Ihr auch draußen auf dem Taptschan (erhöhte Sitzgelegenheit) nächtigen. Pensionen und Hotels lohnen sich auf der Route für die Betreiber nicht, da die Saison zu kurz ist und in der Nebensaison die Trucker die einzigen Gäste sind. Kosten: 5-8$ für die Übernachtung, 5-7$ für drei Mahlzeiten.

Verkehr und Straßen

In den Städten wie Duschanbe und Osch solltet Ihr äußert vorsichtig agieren. Verkehrsregeln scheint es nicht zu geben. Markiert Euch sehr auffällig mit Warnweste oder Signalfarbe. Es wird, wie in allen ehemaligen Ostblockstaaten, unheimlich auf die Tube gedrückt. Außerhalb der Städte ist der Verkehr moderat. Allerdings solltet Ihr immer auf die LKWs werden. Fahrt auf engen, unübersichtlichen Pisten lieber sofern möglich an die Seite und lasst die LKWs passieren. Es reicht schon, dass Ihr völlig eingestaubt werdet. Riskante Überholmanöver solltet Ihr Euch nicht auch noch liefern. Der Pamir Highway selbst ist fast durchgehend asphaltiert. Wer über den Wakhan fährt, erlebt Sandpisten und Waschbrettschotter. Alle weiteren Abstecher sind noch abenteuerlicher. Die Steigungen sind meist sehr langgezogen und nur ganz kurz vorm höchsten Punkt wirklich steil.  Breite Bereifung unbedingt empfehlenswert.

Höchste Passüberfahrten

Auf der Route von Duschanbe nach Osch stehen Euch hohe Pässe im Weg. Diese können selbst in der Sommerzeit manchmal überschneit sein.

Khaburabot-Pass (3252m)

Wählt Ihr von Duschanbe die Nordroute nach Kalaikum müsst Ihr hier drüber. Die Straße wurde in den letzten Jahren erneuert.

Koitezek Pass (4271m)

Fährt man von Khorog weiter die M41, dann geht es über diesen Pass.

Khargush-Pass (4344m)

Wer die Route über den Wakhan-Korridor wählt muss ab dem Check-Point Khargush diese staubige Piste hinauf. Das zieht sich. Vorsicht bei der Abfahrt. Große Gesteinsbrocken und sandige Piste!

Neizatash-Pass (4137m)

Auf Asphalt überfährt man diesen Pass fast unmerklich. Es zieht sich langsam hinauf. Nur die letzten Kilometer werden etwas steiler.

Akbaital-Pass (4655m)

Der höchste Pass der Route. Hier haben selbst die Benzinmotoren zu kämpfen. Die Gegend ist menschenleer, trocken und heiß. Ihr solltet diese Überfahrt gut planen und möglichst noch am gleichen Tag Karakol erreichen. Immerhin seid Ihr fast in Mt. Blanc-Höhe!

Kizil-Art-Pass (4336m)

Der Grenzpass. Eine unwirtliche Gegend. Eine lange Piste schraubt sich zur Grenzstation hinauf. Ganz oben dann der Posten. Auf kirgisischer Seite ist der Posten etwas unterhalb des Passes. Auch hier Vorsicht bei der Abfahrt. Tiefe Furchen und Abbrüche nach heftigen Regenfällen oder Schneeschmelze bilden sich immer wieder neu. Ich hatte den Eindruck, vom grauen Staub endlich ins Grüne zu kommen.

Taldyk-Pass (3589m)

Auf besten Straßen (von den Chinesen gebaut) geht es von Sary-Tash hinauf zum Taldyk-Pass. Von hier kann man bei guter Sicht den Pik Lenin noch einmal sehen. Auf landschaftlich schöner Strecke geht es hinab ins Gulch-Tal. Den Abschnitt nach Osch solltet Ihr nicht unterschätzen. Immer wieder muss man kräftezehrende Anstiege überwinden.

Menschenleere Gebiete

Radfahrer sollten sich in Ortschaften immer wieder mit Proviant und Trinkwasser eindecken und möglichst gleich nach der nächsten Gelegenheit fragen. In den einsamen Gebieten im Osten von Berg-Badachschan werdet Ihr auch mehrere Male in Einsamkeit übernachten. Es gibt aber immer mal wieder feste Nomadensiedlungen, die man von der Straße aus sieht. Hier fragt nach Wasser und einem Platz für´s Zelt.

Grenzen

Nach Kirgistan nimmt man den Kizil-Art-Pass. Der Grenzübergang Karamyk ist nur für Kirgisen und Tadschiken offen. Ebenso ist der Grenzübergang am Kulma Pass (4336m) nach China nur für Tadschiken und Chinesen geöffnet. Von Tadschikistan nach Usbekistan nimmt man heutzutage den Übergang Oybek. Zum Leidwesen der Touristen ist der Übergang in Pendschikent/Samarkand seit Jahren geschlossen. Von Osh gelangt man leicht nach Usbekistan ins Fergana-Tal.

Zwei Praktische Tipps

Wodka solltet Ihr stets dabei haben, denn ab und an werdet Ihr gemütlich am Feuer sitzen oder müsst nach herzhafter Kost etwas desinfizieren. Durchfall hatte ich übrigens zu keiner Zeit. Und dabei habe ich unterwegs wirklich alles probiert – angefangen von Plov bis hin zum verkokelten Murmeltier.

Mitbringsel/Gastgeschenke sind immer willkommen. Frauen stehen auf Probepackungen von Kosmetika. Kinder auf die üblichen Buntstifte und Schreibblöcke. Männer freuen sich über Westzigaretten. Ich nehme immer noch Postkarten von Dresden, meiner Heimatstadt mit und schreibe eine Widmung und klemme sie den Gastgebern an die Pinnwand. Ein Bild von sich selbst mit einem Dankessatz ist auch eine schöne Erinnerung.

Wo übernachtet Ihr?

In den Städten habt Ihr die Wahl zwischen Hotels und Gästehäusern, neuerdings gibt es auch Hostels. Unterwegs wird klassisch in Homestays übernachtet oder wild gezeltet, was nirgends ein Problem ist. Gibt es nahe des Zeltgrundes ein Gehöft oder Nomaden, dann fragt besser. Die wenigsten Homestays haben eine Webseite. Ihr findet auch oftmals keine Adresse. Was zählt ist der Name des Homestays oder der Name des Besitzers. Fragt Euch durch oder schreibt mir!

Duschanbe

Hier würde ich diese Häuser empfehlen: Yeti-Hostel oder Green House Hostel

Kalaikum

Zwei gute Homestays sind: bei Sultonsho oder Roma (einfach durchfragen oder auf die Schilder achten)

Vanch

Erste Wahl: Homestay by Muhammadshoh oder Homestay Sarparast (nette Leute, Haus mit schönem Garten, aber noch immer im Bau)

Khorog

Mein Favorit: Guesthouse Parinen Inn (sehr sauber, sehr schöner schattiger Garten, gutes Essen)

Jamg

Homestay Aydar (Haus des Lehrers Mamadov, gut gepflegtes Haus)

Vrang

Kleines, aber feines Gästehaus rechts von der Hauptstraße in der Ortsmitte. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen zur Stupa oder ins Vrangtal.

Langar

Nicht unbedingt das Yodgor nehmen, auch wenn es alle empfehlen. Besser im Oberdorf bei Panjshanbe Mirzobekov (auch zelten möglich!). Guter Ausgangspunkt für Wanderungen zum Petroglyphenfeld – von dort traumhafte Aussicht in den Korridor

Bulunkul

Bulunkul ist so klein, dass das Homestay nicht verfehlt werden kann. Sehr einfach, aber herzlich.

Alichur

Homestay Samar. Hier gleicht ein Haus dem anderen. Wer nichts findet, kann am Ortsrand zelten.

Murghab

Das Hotel Pamir hat sich gemausert und ist die erste Adresse im Ort. Das Gästehaus Anara ist auch gut, aber etwas runtergewirtschaftet. Super Blick zum 100km entfernten Muztag Ata (7546m).

Karakol

Homestay von Erkin. An der Straße ausgeschildert (Guesthouse 14m!). Ein ganz witziger Typ. Viele Zimmer und gutes Essen. Hier treffen sich alle Globetrotter.

Sary-Tash

Guesthouse Mirbek. Mitten im Dorf gelegen. Schönes Haus und gutes Essen. Mirbek bietet auch Transferfahrten an. Mirbek kennt in Osh übrigens auch noch ein gutes Gästehaus.

Osh

Sunrise Guesthouse. Eine der besten Adressen für Globetrotter.

Weitere Infos holt Ihr Euch von www.visitpamir.com

Viel Erfolg bei der Tourenplanung wünscht Euch,

Stefan

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